Mai 132011
 

InnenkabineDie 60,- EUR von jedem Teammitglied wurden eingesammelt und jeder wartete nun auf die Einfahrt in Port Said – ist ja schon ein bisschen langweilig auf so einer Fähre, die eigentlich mal dafür gedacht war, zwischen den dänischen Inseln hin und her zu tingeln.  Mehrere Teams mit GPS sagten eine Ankunft für 21.00 Uhr voraus.

Ab 18:00 dann begann die Fähre,  die Fahrt zu drosseln und kreiste auf der Stelle. Ziemliches Hin und Her, was ist eigentlich los? Auch noch Maschinenschaden zu allem Überfluß oder was sonst? Nix kaputt war die gute Nachricht  – aber die Ägypter wollten uns auch nicht – das war die schlechte Nachricht. Angeblich aufgrund von Zwischenfällen auf dem Sinai, die eine Landung in Ägypten gefährlich machen würden. Mußte man mal so hinnehmen – gab keine Möglichkeit, das zu überprüfen, die einzige Kontaktmöglichkeit zur anderen Fähre war Funk, ansonsten gab´s keinen Kontakt zur Außenwelt  – kein Satellitentelefon, kein gar nichts gab es. Außer ein bisschen Streß zwischen einzelnen Passagieren und dem OK. Der denkwürdige Satz: „Ich will aber ein Handy-Netz“ ist dabei in guter Erinnerung geblieben… Wollte irgendwie jeder, aber musste ja dann auch mal laut und deutlich gesagt werden…

Angeblich war der jordanische Botschafter in Verhandlungen und wir würden in einer Stunde in Port Said sein. Die Hoffnung stirbt zuletzt… Immerhin hatten einige nach mehr als 30 Stunden eine kurze Gelegenheit für einen Anruf oder SMS in die Heimat – eine Bohrinsel in der Nähe lieferte ein kleines bisschen Netz.

Gegen 21:00 Uhr kreisten wir immer noch und dann kam es, wie es kommen musste: Keine Einreise-Erlaubnis für Ägypten,  retour das Ganze. Die beruhigende Ansage lautete dann: Entweder bis Zypern oder bis Mersin, je nachdem wie lange der Sprit reicht.– Noch einmal mindestens 30 Stunden bis Zypern – oder irgendwas darüber bis in die Türkei – Entsetzte Gesichter und kurze Stille an Bord, überhaupt keinen Bock mehr! Und darüber hinaus keine Möglichkeit, das irgend jemandem der Daheimgebliebenen zu erzählen.

Also noch mindestens eine Nacht auf der Fähre – keine Dusche – ok, es gab einen Schlauch im Frachtraum für die Autos – gut einsehbar von oben – so hatten ab und zu wenigstens die Mädels ein bisschen Freude beim Zuschauen – ansonsten gab´s ja nun wirklich nichts zu tun an Bord.

Als dann die ersten Hamsterkäufe beim „Bordkiosk“ begannen, gab es die Ansage vom OK, dass es pro Tag eine Flasche Wasser für jeden gibt. Gleichzeitig wurde angekündigt, dass ab dem nächsten Morgen die Crew aus den vorhandenen Lebensmittel-Vorräten für warme Mahlzeiten sorgen wird. Auch die Ärzte unter den Teammitgliedern an Bord kamen nun das erste Mal zum Einsatz – bei ein paar „Seekranken“ machte sich die lange Überfahrt bemerkbar. Insgesamt waren aber alle gefasst und die Stimmung ruhig – half ja nix.

Und wir waren somit noch eine weitere Nacht  in unserer Outdoor – 3 Zimmer, Küche ohne Bad eingemietet.

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