Mai 152011
 

Immer wenn man gedacht hat, jetzt kann´s wirklich nicht mehr schlimmer kommen  – oh nein, Schlimmer geht Immer! Morgens um 5.10 von einem Wolkenbruch geweckt zu werden, gehört auch zu den Dingen, auf die man gut verzichten kann! Eilige Rückzüge in bereits übervölkerte Räume sorgten für chaotisches Durcheinanderliegen – aber was soll man machen, wenn man vor´m Aufstehen so rüde geweckt wird!

Zum ersten Mal ging mal irgend etwas schneller als erwartet: überraschenderweise kamen wir gegen 10:00 Uhr wesentlich früher als erwartet in Tasucu (Mersin) an. Auch die Grenzabfertigung ging relativ schnell – Alle waren froh, wieder Boden unter den Füssen zu haben – auch wenn der sich nach mehr als 90 Stunden auf dem Boot noch ziemlich wacklig anfühlte.

Selten hat ein Dürüm so gut geschmeckt – Tageszeit war auch schon egal! Gegen Mittag kam dann auch Simone von sternTV plus Team – auch nicht deutlich erholter als wir . Sie waren immerhin die einzigen, die bis Jordanien und ins Wadi Rum gekommen waren – allerdings auch witzlos, machte allein auch nicht so wirklich Sinn für sie. Nachtflug über Istanbul und Adana ist aber natürlich nicht mit 90 Stunden Fähre zu vergleichen, um das einmal ganz deutlich zu sagen.

Dreh mit sternTVAuf den Grünanlagen im Hafen von Tasucu wurden dann die Steine der Teams vermauert und die Nähmaschinen abgegeben. Ganz klar war nicht, was nun mit den Autos passieren würde – und der OK-zettel flößte vielen auch nicht wirklich Vertrauen ein – da sind wir mal gespannt, was man in einigen Wochen so hört…  Ist das jetzt das offizielle Ende der Rallye? Für uns war es das. – und wir hatten noch eine Menge Spaß mit dem sternTV – Team. Erst mal allerdings Essen und ein Bier, danach ein paar Fahrszenen und dann wurden unsere „Mädels“ interviewt, weil sie eine Mitfahrgelegenheit nach Antalya hatten und weg mussten. Für uns andere ging es weiter zurück auf der Fahrt nach Mersin. Unsere drei Autohalter blieben in Mersin, um die geplante Verschiffung zu organisieren und haben vor, bis spätestens Dienstag zu Hause zu sein. Wir wollten Abenteuer – und haben es auch bekommen, allerdings ganz anders, als wir es uns vorgestellt haben. Und inzwischen wissen wir – DIE ENTEN KOMMEN NACH HAUSE 🙂

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Mai 142011
 

BadEin fast unspektakulärer Tag, aber eben nur fast.

Die sanitäre Situation spitzte sich langsam zu – schon von Haus aus eine größere Zumutung (ein Klo für die Damen, zwei Klos für die Herren (insgesamt waren wir ca. 300 Menschen an Bord – die Rechnung sollte einfach sein) –  sorgte eine überproportionale Nutzung nicht gerade dafür, dass sich die Situation entspannte.

Es muß einmal gesagt werden, dass die Crew tatsächlich tat, was sie konnte – es hätte noch deutlich schlimmer sein können. Auch die von der Crew in einer Winzlingsküche – wir haben sie gesehen! – gekochten Mahlzeiten waren ok – auch wenn die Tageszeiten irgendwie nicht recht zur Mahlzeit passen wollten – zum Frühstück weiße Bohnensuppe. Auch hier ergaben sich philosophische Betrachtungen über die Auswirkungen von Mahlzeiten auf sanitäre Situationen. Nach einem langen, langweiligen Tag sahen wir gegen Abend die ersten Lichter von Zypern und warteten gespannt auf Handy-Empfang, schließlich wusste ja in der Heimat noch niemand von unserer Rückfahrt nach Mersin. Gegen 21:30 Uhr konnten wir dann die ersten SMS verschicken und Telefonate führen und erfuhren, dass zu Hause alle Bescheid wussten, da zwei Teams mit GPS Tracker dafür gesorgt hatten,  dass unsere Position fast permanent übers Internet sichtbar war.

Der Tauschhandel florierte – die letzten Leckereien, die eigentlich als Spende für Kinder in Jordanien und auf dem Weg dahin gedacht waren, wurden getauscht. Gummibärchen gegen Schafskäse mit Tomate, Vomex gegen Bier – es gab einfach Bedarf für alles. Die Stimmung war gut – die eine Nacht kriegen wir dann auch noch rum.

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